Vogel fällt mit dem 60. Treffer

 

 

Der 76-jährige Horst Schütze ist neuer Stadtkönig. Wettbewerb mit Pfeil und Bogen wird nur alle vier Jahre ausgetragen. Auch sieben Prinzen treten an.

Würselen. Eine harte Nuss hatten die acht von zehn Schützenkönigen der Stadt zu knacken, die zur Ermittlung ihres neuen Stadtkönigs auf der Anlage der Salmanus-Bogenschützen am alten Güterbahnhof angetreten waren.

Über drei Stunden feuerten sie mit Ehrgeiz einen Pfeil nach dem anderen auf das Holz in luftiger Höhe ab, bis der Senior unter den Bogenschützen, der 76-jährige Horst Schütze, den Rest des Vogels mit dem 60. Treffer von der Stange holte. Damit trat er in die Fußstapfen seines Schützenbruders Fred Kruczera, der im vergangenen Jahr als Bogenschütze mit dem Gewehr den Titel errungen hatte. Darüber freute sich mit dem neuen Stadtkönig auch der Vorsitzende der gastgebenden Bruderschaft, Wilfried Prümm. Alle vier Jahre wird der Wettkampf mit Pfeil und Bogen ausgetragen.

Eröffnet hatte ihn in diesem Jahr mit einem Ehrenschuss Vize-Bürgermeister Harald Gerling. Trotz fachlicher Anleitung fanden sich die ungeübten Gewehrschützen anfänglich nur schwer in den Wettkampf hinein. Doch steigerten sie ihre Treffsicherheit von Schuss zu Schuss. Liebevoll betreut vom Gastgeber Wilfried Prümm, tastete sich auch die Königin der St.-Sebastianus-Schützen Weiden, Karin Rath, immer näher ans Schwarze heran, angefeuert von der fairen männlichen Konkurrenz.

Spannender Wettbewerb

Um 19.16 Uhr sorgte der Gewehrschütze Thomas Becker (St. Antonius Niederbardenberg) für helle Aufregung und läutete mit seinem satten Treffer den Endkampf ein. Grenzlandkönig Gottfried Pfeiffer (Bogenschützen-Gesellschaft Schweilbach) hatte es in der Hand, einen dreifachen Erfolg unter Dach und Fach zu bringen. Er traf zwar, aber der Vogel fiel noch nicht. Genauso ging es dem König der St.-Sebastianus-Schützen-Gesellschaft 1624, Karlheinz Naß. Auch Karl-Heinz Beißel (St. Hubertus Scherberg) stand tapfer in diesem Wettstreit seinen Mann. Er landete den 60. Treffer und versetzte den Vogel in Schräglage.

Um 19.44 Uhr ließ sich Horst Schütze die sich ihm bietende Chance nicht entgegen. Er stellte mit seinem 13. Treffer wieder einmal mehr seine Treffsicherheit unter Beweis und wurde Stadtkönig. Zu den Gratulanten zählte der Bundesmeister des Bezirksverbandes, Hans-Josef Krings.

Sieben Prinzen waren vor den Königen zum Wettstreit angetreten. Bei denen eröffnete die amtierende Bundesschüler-Prinzessin Annalena Kasten (St. Sebastianus Weiden) den Wettkampf. Bei ihm passte es, so Vorsitzender Prümm, mit dem Vogel. Mit dem 21. Treffer „gab er seinen Geist auf“. Erledigt hatte ihn die Gewehrschützin Tanja Kelleter von den St.-Sebastianus-Schützen aus Bardenberg, die damit ihrem Vater Michael Kelleter mit leuchtendem Beispiel voranging, aber ohne Erfolg, wie sich späterhin zeigte. (ehg)



Karlheinz macht den Elchenrather Vogel „nass“






Würselen. Da war die Freude nicht nur bei Karlheinz Naß nach seinem Husarenstück groß. Vielmehr auch bei den „Spellsleuten“ aus Elchenrath. Ihnen bescherte der Newcomer beim 385. Königsvogelschuss der traditionsreichen St.-Sebastianus-Schützengesellschaft 1624 das erste Königsspiel nach dessen Neugründung vor ein paar Jahren. Im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur Gesellschaft landete der Ex-Diözesankönig, der bisher seinen schießsportlichen Ambitionen in der St.-Hubertus-Schützengilde Morsbach nachging, mit einem meisterlichen Schuss diesen Überraschungscoup. Dagegen war die Enttäuschung bei Veteran Sebastian Jagmann groß, der seit 1962 der Gesellschaft angehört und trotz eines Volltreffers das Silber immer noch nicht in seinen Besitz bringen konnte. Genauso wenig wie Vize-Präsident Dirk Nehr, der den Wettstreit im lockeren Plauderton moderierte. Er ist der neue Ehrenkönig der Gesellschaft.

Junge Familien waren in den Stadtgarten geströmt, wo Jongleur „Gioco“ die kleinen Besucher in seinen Bann zog. Zum Wettstreit um den Titel des Volkskönigs traten 75 Schützen an. Den letzten Rest der „Ente mit Schützenhut“ holte Dieter Bock von den Hubertus-Schützen aus Scherberg von der Stange. Er durfte bei der Eröffnung des Königsvogelschusses neben Vize-Bürgermeister Harald Gerling und Präses Pfarrer Heinz-Josef Lambertz einen Ehrenschuss abfeuern.

 
Zum ersten Mal dabei

Hauptmann Diether Zimmermann ließ die „Sebastianer“ antreten. Und Präsident Hans-Peter Claessen hieß viele befreundete Bruderschaften willkommen. Bei der Stadt bedankte er sich, dass sie den Stadtgarten zum Jahresfest seiner Gesellschaft wieder prächtig herausgeputzt hatte. Gedacht wurde der im vergangenen Jahr verstorbenen Schützenbrüder Klaus Vockrodt und Josef Sulski. Neben Karlheinz Naß schossen auch Dr. Horst-Josef Peltzer und Manfred Gruner das erste Mal auf den Königsvogel. Mit Pulver und Blei wurde dem von Kerstin Claessen-Eason kunstvoll gestalteten Vogel zu Leibe gerückt. Da keine Nitrogewehre mehr eingesetzt wurden, hatte die Gesellschaft diesmal einen leichteren Vogel aufgesetzt. Schon früh zeigten die Schüsse Wirkung. Der Kopf sowie der linke und der rechte Flügel segneten schon in der ersten Runde das Zeitliche. Um 18.42 musste dann das Gewehr gewechselt werden. Zeit zum Verschnaufen, die das Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ zur Unterhaltung der Schaulustigen mit flotter Marschmusik ausfüllte.

 
„Immer mit der Ruhe“, gab Veteran Sebastian Jagmann, genüsslich an seiner Zigarre ziehend, vor, als der Rumpf erste Auflösungserscheinungen zeigte. Unbeirrt hielt auch Senior Christian Pütz drauf, der 1967 schon mal König gewesen war. Kräftig räumte unterdessen Walter Tillmann ab. Nach Picco Gruners Treffer drehte der Vogel eine halbe Ehrenrunde um die Schraube. Die heiße Phase des Wettstreits läutete schließlich Hans-Josef Mertens mit einem satten Treffer ein. Auch der amtierende König Rolf Wigand wollte es wissen. Seine große Stunde gekommen sah Präsident Hans-Peter Claessen. Aber ihm war Fortuna genauso wenig hold wie anschließend Sebastian Jagmann und Dirk Nehr. Mit dem von Karlheinz Naß abgefeuerten Schuss fiel um 20.08 Uhr schließlich die Entscheidung. Zu Klängen der „Alten Kameraden“ ging es zur Verabschiedung des alten Königs und zur Segnung des neuen Königssilbers durch Präses Lambertz im Stadtgarten, um dann auf den neuen König anzustoßen. (ehg)




Karneval trifft Schützentradition





St.-Sebastianus-Schützengesellschaft Würselen begeht ihr Patronatsfest mit närrischem Beistand. „De Jonge vajjen Beverau“ präsentierten ihre neue CD. Verdiente Mitglieder mit Orden geehrt.

Mit der Pfarre feierte die St.-Sebastianus-Schützengesellschaft Würselen das gemeinsame Patronatsfest. Dazu besuchte sie in der Pfarrkirche einen von Kaplan Huu Duc Tran zelebrierten Gottesdienst, der vom Kirchenchor unter der Leitung von Kantorin Ulrike Botzet gestaltet wurde. Er führte die „Messe in C-Dur“ von Anton Bruckner auf. Unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ ging es anschließend zu einem zünftigen Frühschoppen ins Pfarrheim. Auch dort stellte das Korps unter Guido Bleser mit stattlichem Nachwuchs seine musikalischen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis.

Präsident Hans-Peter Claessen freute es, neben Bürgermeister Werner Breuer Abordnungen befreundeter Schützenbruderschaften begrüßen zu können. Ihren Besuch wertete er als ein positives Zeichen für ein künftiges Miteinander. Vertreten waren aber auch die „Spellsleute“ aus Oppen-Haal, Bissen und Markt/Preck mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele, Hans Maassen. Als Repräsentanten des Karnevals waren Ülle-Präsident Achim Mallmann und Senatspräsident Anton Roufosse sowie Theo Kogel und Rudi Mainz vom 1. Würselener Karnevalsverein zur Stelle. Eine bunte Mischung von Repräsentaten aus Brauchtum und Tradition, wie sie vom Stadtprinzen Gerhard I. in diesen Tagen so oft beschworen wird.

Dass er mit großem Gefolge bei den Traditionsschützen ein gern gesehener Gast war, stand außer Frage. Hauptmann Diether Zimmermann hieß ihn mit gebührender Hochachtung willkommen. Präsentiert wurde er von KWK-Präsidentin Renate Worms. Zum Dank für den herzlichen Empfang legten die WKV-Damengarde und das charmante Prinzengarde-Mariechen Melanie flott ihre Tänzchen aufs Parkett.

Für Kinder-Hilfsfond

Als Garanten für beste Karnevalsstimmung waren auch in diesem Jahr wieder „De Jonge vajjen Beverau“ mit dem Schützen Manfred Wirtz in ihren Reihen zur Stelle. Sie lieferten Kostproben aus ihrer mittlerweile dritten CD ab, die einen besonderen „Bonus“ durch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis erhalten hat. Sie sang ihr „Karneval, na endlich“, das bei der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ 2008 Premiere gefeiert hatte, im Studio neu ein. Sie unterstützen damit die Nele und Hanns Bittmann-Stiftung, „Hilfsfond für Kinder in Not in der Region Aachen“ (www.kinderinnotaachen.de). Für diesen guten Zweck traten „De Jonge van der Beverau“ auch bei den Würselener Schützen auf.

Präsident Claessen bedankte sich bei drei Traditionsschützen für ihre Treue zur Gesellschaft und ihren aktiven Einsatz bei Festen. Erst bei Heinz Josef Mertens für zehn Jahre Mitgliedschaft, dann verlieh er das silberne Verdienstkreuz der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften an Geschirrmeister Rolf Wigand, dem amtierenden Schützenkönig, und an den stellvertretenden Schießmeister Pico Gruner. „Sie sind immer zur Stelle, wenn sie gebraucht werden“, sagte Claessen ihnen herzlich Dank. (ehg)
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